Von wegen Aussterben der Eck-Kneipen: National rüsten Bierbrauer den klassischen Stehausschank nach – jedenfalls dort, wo es Marke, Lage und Zielpublikum zulassen. So wie in München, wo Giesinger—Gründer Steffen Marx (siehe oben) Ende 2019 seine erste Bierkneipe am Viktualienmarkt eröffnete.
Mittlerweile sind vier Lokale in Eigenregie und zwei als Franchise-Konzept daraus geworden. Absatz: 300 hl/Jahr im kleinsten und bis zu 1.000 hl in den größeren Lokalen. Kein Essen, nur Bier und Cola (eine Art Aufbackservice für eigens angefertigte kleine TK-Pizzas ist angedacht). Belieferung über Pachmayr oder, wenn es schnell gehen muss, direkt.
Ziel: ein Giesinger-Stehausschank in jedem Stadtteil. Kunde: vor allem Jüngere – und Touristen. Bierpreis: zwischen 4,20 und 4,50 Euro/0,5 Liter, Spezialsorten kosten mehr. Öffnungszeiten: ca. 16 bis 23 Uhr, 1 Schicht, eine angestellte Person (plus ein Minijobber am Wochenende).
Der Erfolg ruft auch Andere auf den Plan. AB Inbev diskutiert intern ein ähnliches Konzept für Löwenbräu, im Ruhrgebiet sind frisch aufgeputzte Alt-Kneipen und in Berlin Brauer-Ausschänke längst im Geschäft.
Wann funktioniert´s? In München sagt Steffen Marx (peilt in diesem Jahr 40.000 hl für Giesinger an): Die eigene Marke muss als USP funktionieren. Der Rest ist Unternehmertum. Und ein bisschen Glück.






